Die weiße Schreibkreide von Möns Klint entstand in der Oberkreide vor ca. 75 Millionen Jahren. In dieser Zeit befand sich hier ein tropisches Meer mit einer Tiefe von bis zu 200 Metern. Die Kreide besteht zu fast 100% aus Kalk ( Calciumcarbonat ) mit geringen Mengen Ton und weiteren Bestandteilen. Dieser Kalk setzt sich aus den mikroskopisch kleinen Schalen verschiedener Mikrofossilien zusammen wobei die Gruppe der sog. Coccolithophoriden zu 75% dominiert. Diese Coccolithen traten in den damaligen Kreidemeeren weltweit in ungeheuren Mengen auf und konnten aber überhaupt erstmals mit Hilfe des Elektronenmikroskop identifiziert werden. Dieser ständig vorhandene “Regen” aus Kalk bedeckte der Meeresboden inklusive der Überreste anderer Lebewesen, die heute als Fossilien von vielen Sammlern heiß begehrt sind.
Das charakteristische Äußere der Kreidefelsen wird durch die eingelagerten Feuersteine (Flint) bestimmt, die den weißen Kalk wie dunkle Bänder durchziehen. Dazu sind graue Tonlagen, rostroter Brauneisenstein oder auch Sandsteinlagen zu erkennen.
Durch den enormen Druck des Eises wurden in der letzten Eiszeit vor ca. 20.000 Jahren Kreideschollen aus dem Untergrung hochgepreßt und dabei auch gefaltet bzw. verformt. Verfolgt man die schwarzen Feuersteinlagen ist dieser Vorgang sehr gut auch über größere Distanzen zu beobachten.
Die Steine am Strand der Kreidefelsen sind vom Klint heruntergefallen und wurden durch das Meer bzw. die stetige Wellenbewegung abgerundete. Vom Feustein über Kalk bis zu den typischen, skandinavischen Gesteinen findet man hier alle Arten und Größen am Strand von Möns Klint.